Microsoft Secure Score: Sicherheitsniveau messbar machen – 5 Praxis Tipps für KMU

Viele KMU investieren in Microsoft 365, Defender, Entra ID (Azure AD) oder Intune – und trotzdem bleibt die Frage: Wie gut ist unsere Umgebung tatsächlich abgesichert? Genau hier hilft der Microsoft Secure Score. Er macht den Sicherheitsstand sichtbar und liefert konkrete Empfehlungen, welche Massnahmen den grössten Effekt bringen.

Wichtig: Secure Score ist kein Zertifikat und keine Garantie, dass “alles sicher” ist. Er ist ein Steuerungsinstrument, das zeigt, welche empfohlenen Schutzmassnahmen bereits umgesetzt sind – und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Was ist der Microsoft Secure Score?

Der Secure Score ist eine Kennzahl im Microsoft Defender Portal, die auf Basis von Sicherheitskontrollen bewertet, wie konsequent empfohlene Schutzmassnahmen aktiviert sind. Zusätzlich zeigt er priorisierte “Recommended actions” – also konkrete Schritte, die den Schutz erhöhen können.

Kurz gesagt:

  • Score hoch = viele empfohlene Controls umgesetzt
  • Score tief = wichtige Kontrollen fehlen oder sind unvollständig

Für wen ist das relevant?

  • Geschäftsleitung / IT-Verantwortliche: Übersicht über Risikoniveau und Prioritäten
  • IT-Betrieb: Konkretes Backlog mit Aufgaben, Aufwand und Wirkung
  • Compliance / Datenschutz: Bessere Nachvollziehbarkeit, warum Massnahmen umgesetzt (oder bewusst nicht umgesetzt) werden

Die 5 Praxis Tipps, die bei KMU oft den grössten Unterschied machen

  1. MFA für alle – mit Fokus auf Admins

    Wenn Multi-Faktor-Authentifizierung nicht konsequent umgesetzt ist, bleibt das Risiko unnötig hoch. Startpunkt: Alle privilegierten Konten (Global Admin, Exchange Admin, etc.) und danach alle Benutzer.

    Praxis-Tipp: Notfallzugang sauber definieren, aber streng abgesichert und überwacht.

     

  2. Legacy Authentication blockieren

    Ältere Anmeldeverfahren (Legacy Auth) sind ein häufiger Angriffsvektor. Wo möglich: deaktivieren bzw. blockieren.
    Praxis-Tipp: Vorab prüfen, ob noch Altgeräte/Altsoftware betroffen sind – dann sauber migrieren statt “blind sperren”.

  3. Admin-Rechte reduzieren

    Viele Umgebungen haben zu viele Admins oder zu breite Rollen. Ziel: so wenig privilegierte Konten wie nötig, und Rollen so granular wie möglich.

    Praxis-Tipp: Rollen sauber dokumentieren und regelmässig überprüfen (z. B. quartalsweise).

  4. Geräteschutz standardisieren

    Ob Windows-PC, Laptop oder Mobile: einheitliche Sicherheitsstandards reduzieren das Risiko deutlich. Dazu gehören u. a. Updates, Verschlüsselung und Schutz vor Malware.

    Praxis-Tipp: Nicht alles auf einmal: zuerst die Standardgeräte, dann Sonderfälle (Spezialsoftware) separat behandeln.

  5. Protokollierung & Alerts aktivieren – “sehen, was passiert”

    Security ist nicht nur Prävention, sondern auch Erkennung. Wo möglich: Logging, Alerts und relevante Benachrichtigungen so konfigurieren, dass verdächtige Ereignisse sichtbar werden.

    Praxis-Tipp: Lieber wenige, gute Alarme als 200 Meldungen, die niemand liest.

Der Microsoft Secure Score hilft KMU, Sicherheit messbar zu machen und Massnahmen nach Wirkung zu priorisieren. Statt Bauchgefühl entsteht ein klarer Verbesserungsplan – technisch umsetzbar und für Entscheider nachvollziehbar.

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Microsoft-Umgebung steht: Trutmann Informatik bietet einen Secure Score Quick Check